Rückblick Schnade 2015


Schnade 2015

Schnadegang verlangte über 200 Hansestädtern Einiges ab

Medebach zieht zum 12. Mal zur Schnade

Medebach. Ein Inbegriff des Medebacher Brauchtums und der Traditionspflege ist der Schnadezug, mit dem die Medebacher Bürger im dreijährigen Rhythmus in insgesamt sechs Abschnitten ihre Grenzen kontrollierend abgehen. Der Begriff Schnade kommt von schneiden im Sinne von trennen und steht für die Grenzen zwischen verschiedenen Territorien.

Am vergangenen Samstag war es wieder soweit. Bereits zum zwölften Schnadegang, seit der Wiedereinführung im Jahr 1982, brachen über 200 Schnadebegeisterte gemeinsam mit den Organisatoren, der Schützenbruderschaft St. Sebastianus und Vertretern der Stadt Medebach auf, um die geografischen Grenzen ihrer Heimatstadt abzugehen. Hierbei wurde der Grenzring der Stadt Medebach zum zweiten Mal geschlossen.

Der eigentliche Schnadeetappe startete nach dem Frühstück am Endpunkt der Schnade von 2012, dem Steineberg. Bevor die fröhliche Truppe sich jedoch auf ihren Weg machte, wurden noch, unter lautem Applaus,  der jüngste Schnadegänger der 1,5 jährige Jonas Kappelmann und der älteste,     Dieter Bellmann,  neben dem amtierenden Königspaar Frank Linnekugel und Petra Nolten und Heike Schäfer, Martina Kirtz, Eike Isken und Valeri Helfrich „gestutzt“. Schon vor 500 Jahren wurde der Schnadegang zum Anlass genommen, Neubürger der Stadt zu „stutzen“ oder „poaläsen“. Dabei wird der zu „Poaläsende“ von einigen Schnadgängern angehoben und über einen Grenzstein gehalten. Dann wird sein Hinterteil („Ääs“) auf den Stein („Poal“) mehrmals aufgetitscht. Damit sollte dem Neubürger der Standort des Grenzsteins nachhaltig bewusst gemacht werden. Gepoaläste Gemeindemitglieder wurden „Poalbürger“ (Alteingesessene) genannt. Während des Poal- oder Stutzäsens riefen die Schützenbrüder auch in diesem Jahr wieder laut vernehmbar die traditionellen Äsworte: „ Die Grenze, der Stein, die Ewigkeit!“

Anschließend ging es bergauf und bergab, knapp 12  Kilometer entlang der Grenzen zu den Ortschaften Deifeld, Referinghausen und Oberschledorn bis hin zum Grenzstein an der hessischen Grenze am Heimberg, den die Wanderfreunde auch trockenen Fußes am frühen Nachmittag erreichten.

Nachdem sich die Grenzgänger vom ordnungsgemäßen Standtort des Grenzsteines überzeugt hatten,  konnten gleich noch weitere Medebacher mit dem imposanten Grenzstein Bekanntschaft machen.

Hier erlebten dann der jüngste Schnadegänger der 1,5 jährige Jonas Kappelmann und der älteste, Dieter Bellmann, neben Margit Rohden, Ulla Sengen, Matthias Clement, Uwe Trahe, Matthias Schröder, Klaus Conzen, Markus Dollowski, Helmut Jäger-Keuling, Markus Schüttler, Hubertus Faupel und Cornelia Schmidt noch das Stutzritual hautnah.

Trotz eines kleinen Schauers am Lagerplatz, ließen sich die Schnadegänger die gute Laune beim anschließenden Waldfest nicht verderben. Dank des Hofstaates floss das Bier in Strömen und die Würstchen und Steaks kamen genau richtig gebraten auf die Teller der hungrigen Wanderer. Auch die Stimmung war prima, nicht zuletzt wegen des glänzend aufgelegten Musikzuges Medebach, der den ganzen Tag für die musikalische Untermalung gesorgt hatte.

Auch der Schützenhauptmann Josef Schreiber war vom Schnadeverlauf begeistert und resümierte: „Besonders eindrucksvoll war auch in diesem Jahr die starke Präsenz von zahlreichen Medebacher Vereinen, die mit ihrer Schnadeteilnahme ihre Solidariät zu den Schützenbrüdern und ihre Heimatverbundenheit zu Medebach anschaulich bewiesen.“   Hierzu zählten der Medebacher Musikzug, zahlreiche Vertreter der Kolpingsfamilie, der Karnevalisten Rot-Weiss, des TuS Medebach und natürlich des Heimat- und Geschichtsvereins. Sie alle nahmen an dem anstrengenden Gang, der allen Schnadegängern schöne Aussichten und Eindrücke bescherte, teil und freuen sich schon darauf, wenn es in drei Jahren wieder heißt: „ Medebacher, auf zur Schnad“!

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