Liebe Medebacher, liebe Gäste, liebe Schützen. Grußworte zu schreiben, ist nicht immer einfach, es soll interessant wirken aber auch nicht langweilig und sich jedes Jahr wiederholen. Ich versuche es einfach mal wieder.
Lohnt sich das noch? Mit dieser Frage eröffnete Matthias Kamphans am vergangenen Wochenende seine Predigt. Er bezog sich auf das Evangelium, wo vom Sämann die Rede war, der seine Saat ausbrachte. Ein Teil fiel auf Steine und vertrocknete, ein anderer Teil auf unfruchtbaren Boden und nur ein Teil fiel auf fruchtbaren Boden und brachte reiche Ernte. Er beschrieb weiter, dass die Menschheit heute immer mehr egoistischer wird und wenn es darum geht, sich einzusetzen, ob ehrenamtlich oder sozial, Arbeit oder Aufgaben, die nicht bezahlt werden, oft die Frage gestellt wird: „Lohnt sich das? Oder was habe ich davon?“
Ich habe viel über diese Predigt nachgedacht und fand es einen guten Einstieg in ein Schützenfest. Auf uns und unser Schützenfest bezogen habe ich mir auch schon oft die Frage gestellt: “Lohnt sich das noch?“ Trotz der von der Politik beworbenen Vergünstigungen bei der GEMA, wo sich gebrüstet wird, was sie für das Ehrenamt alles machen, zahlen wir dort knapp 1.500 Euro. Weil für viele Vereine diese angeblichen Erleichterungen gar nicht greifen. Nur so ein kleines Beispiel.
Aber zurück zum Kern: „Lohnt sich das noch?“ Meine Antwort: Ja, Schützenfest lohnt sich noch, nicht finanziell, aber menschlich. Hier treffen Alt und Jung zusammen, Arm und Reich, Unternehmer und Angestellte, hier steht der Bürgermeister neben dem Pastor an der Theke, anders wie bei Don Camillo. Ich hatte vor 2 Wochen das große Vergnügen sechs Jungschützen persönlich aufzunehmen, ihnen ein paar Fragen zu beantworten und in lockerer Runde ein Bier zu trinken und ihre Sicht einmal zu hören. Für all diese Begegnungen und Erlebnisse auf einem Schützenfest lohnt es sich.
Freuen wir uns mit unserem Königspaar Martin und Emilie auf ein schönes Medebacher Schützenfest und auf viele herrliche Momente und Begegnungen, sowie Gespräche. Mit unserem Königspaar haben wir uns, Thomas und Monika van Dyck, als 25 – jähriges Jubelpaar, den leider schon verstorbenen Hermann – Josef Gilbert mit seiner Königin Ursula Schüngel, die in unserem Jubiläumsjahr vor 40 Jahren die Bruderschaft anführten. Hermann war auch lange Jahre im Vorstand und ihm hat die Bruderschaft viel zu verdanken. Mit Horst Keller und Hildegard Schnellen unser 50 – jähriges Jubelpaar und in diesem Jahr ein seltenes Jubiläum, vor 65 Jahren regierten Günther und Marlies Gönnewig unsere Bruderschaft. Ihr alle wart würdige Vertreter der Bruderschaft und seid ihr noch heute eng verbunden.
Die Medebacher bitten wir durch festlich geschmückte Straßen nach außen zu zeigen, in Medebach ist Schützenfest, um so ein wunderbares Bild abzugeben. Wir bitten alle Schützen, sich in Medebacher Schützenkleidung recht stark an den Festzügen zu beteiligen.
Auf unseren Fahnen steht: Glaube, Sitte Heimat. Ich wage hier einmal den Vergleich mit einem Dreibock oder Dreibein. Wenn ich eines der drei Beine weglasse oder entferne, fällt alles zusammen und hält nicht mehr. Also die große Bitte: auch das Hochamt gehört zum Schützenfest. Denn eine volle Kirche mit müden Gesichtern ist immer noch besser als eine leere Kirche mit wenigen Gesichtern.
Ein großes Dankeschön an unseren Vorstand mit seinen Partnern und nun freuen wir uns auf unser Schützenfest mit vielen tollen Begegnungen und Gesprächen.
Es lohnt sich!
Euer Thomas van Dyck, 1. Vorsitzender und Hauptmann
